Argentinische Pampa

Erste Etappe:

Die erste Etappe haben wir hinter uns gebracht. Von Buenos Aires bis Mendoza sind es 1100 km durch eine unendliche Ebene, die Pampas. In 10 Tagen haben wir so einen ziemlich hohen Tagesschnitt erreicht. Wir moechten uns in den Anden und im Sueden von Chile mehr Zeit lassen. Die Pampas haben wir jetzt lange genug gesehen. Zwar ist die Landschaft schoen, aber wenig abwechslungsreich. Waehrend etwas mehr als 100 km im Tag sieht man Maisfelder links, Sojafeld rechts, Sonnenblumenfeld links, Maisfeld rechts, 200 Rinder links, Sojafeld links, Busch rechts, 300 Rinder links, alle 10 km kaum merkbare Kurve, alle 40 km ein Oertchen, eine Abzweigung oder eine Tankstelle. Dort tanken wir jeweils wieder Wasser auf und was zu futtern. Wir sind richtige Fressmaschinen und saufen wie die Loecher lauwarmes Wasser.

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Apropos Essen - die Filets und Steaks sind wirklich kaum zu uebertreffen, auch nicht in der Groesse! Den Rindern auf den saftigen Wiesen in der Pampas sieht man schon von weitem an, dass die eine super Parrillada geben. Mit dem Kochen auf dem Campings schlagen uns auch gut. Nudelauflauf im imitierten "Backofen" auf dem Benzinkocher - ist nicht schlecht gelungen... Die Ausruestung, die wir mit uns herumschleppen ist jeden Schweisstropfen wert. Das Zelt haelt dicht - das haben wir bei einem furchteinfloessenden Gewitter testen koennen. Weil das Wetter am Nachmittag noch super war, haben wir das Zelt aber nicht sehr gut in den Boden verankert. Tobias musste also bei einer Nacht- und Nebelaktion in Unterhose, Veloschuhe und Stirnlampe noch Heringe befestigen und Wassergraben buddeln. Naja, kaum war er wieder im Zelt zurueck hat dann der Regen aufgehoert - aergerlich...

Hunde:

Wir hatten grosse Bedenken vor der Reise wegen wilden und zaehnefletschenden Hunden. Diese Biester sehen auf oder neben der Strasse neben uns aber meistens flach aus (wortwoertlich!). Der Geruch ist zwar eklig, aber wenigstens beissen sie nicht mehr. Aus Ruecksicht auf Hundehalter stellen wir hier kein Foto ins Netz. Den Piepeser, den wir mitgebracht und immer griffbereit haben, konnte ich nach ca 4 Tagen in einer ernst-Situation mit weichen Knien (Angriff von ca 5 Hunden) mal testen. Und siehe da, die Koeter haben erschrocken die Ohren gespitzt und sind sofort stehengeblieben. Obwohl "Missbrauch" von diesem Wundergeraet eigentlich nicht fair ist, es macht manchmal schon fast Spass. Im Ernst, auch die lebenden Exemplare sind nicht so boesartig, wie wir gedacht haben. In Zweifelsfaellen steigen wir ab und gehen die letzten Meter zu Fuss zur Tankstelle (immer Velo gegen Hund).

Land und Leute:

Bis jetzt haben kaum Touristen getroffen - wer faehrt schon 10 Tage durch die Pampas und schlaeft in kleinen Kaeffern, wo's eigentlich nichts zu sehen gibt. Aber umso freundlicher sind die Leute. Staendig werden wir angsprochen auf der Strasse, meistens mit verwunderten Blicken wegen den Velos. Kaum sind wir in Rivadavia auf den Zeltplatz angekommen, wurden wir von einer jungen Familie schon zum Grillieren eingeladen.

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Nachdem wir mit ihnen ein paar Stunden in der Badi waren, fragten uns die Zeltnachbarn, auch eine argentinische Familie, ob wir Mate-trinken wollen. Weil sie von Mendoza kommen und das unser naechstes Tagesziel war, haben sie uns kurzerhand zu ihnen nach Hause eingeladen. 2 Tage haben wir dort so schoen die argentinische Gastfreundschaft kennengelernt, wurden allen Nachbarn und Verwandten vorgestellt, wurden zur Geburtstagsgrillade der Tochter eingeladen und mit Infos und Tipps ueberhaeuft.

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Mendoza - erste Pause:

Auf der "Ruta de los vinos" haben wir es fuer einmal ohne Gepaeck und mit FlipFlops ganz locker genommen. Hier eine Bodega, da eine Schockoladenfabrik oder Olivenoelproduktion - es war richtig interessant. Nach einem herzlichen Abschied von der Familie Carlos und Graziela relaxen wir in Mendoza noch 1-2 Tage, bevors dann ueber die Anden geht. Jetzt wo wir die Anstrengung mit dem Gepaeck besser einschaetzen koennen, haben wir schon etwas Respekt vor diesem grossen Pass. Umso mehr wollen wir die Entspannung in Mendoza geniessen.

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